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Im Bild einer gewaltigen, niedertosenden Lawine verschmelzen die vielen gegensätzlichen Eigenschaften der Natur zu einem Ganzen. Die alles zerstörende Schneemasse ist aus der Ferne betrachtet bloss eine lautlose, schneeweisse Wolke, die sich in der traumhaft verschneiten Bergwelt sanft talwärts bewegt.
Doch mit nüchterner Brutalität zerschneidet sie die zuvor noch dagewesene Ruhe zwischen den schroffen und durch das kalte Weiss noch klarer gezeichneten Felswänden – Spektakel, Gefahr und Schönheit zugleich.
Die nach Giovanni Orelli’s Buchtitel benannte Band sucht nach einer ganz anderen musikalischen Sprache, die fernab von Urbanität und schnellem Lebenswandel sich von Bildern und Geschichten aus den Schweizer Alpen nährt.
So liefert die Evakuierung des Bedretto-Tals im Lawinenwinter 1951 Erzählstoff für Orelli’s „l’anno della valanga“, welcher wiederum ungemein wichtig für die Entstehung dieser Musik ist.
Bilder wie die im Bedretto-Tal eingeschneite Dorfgemeinschaft dienen den Musikern als Subtext, der es ermöglicht, musikalische Bögen ganz anders zu entwickeln.
Die sich mehrheitlich langsam bewegenden Improvisationen und Kompositionen entfalten sich zu sphärischen Stimmungen – teils leicht und klar, teils düster und verworren – aber auch mit einer brutalen Wucht zu einer mitreissenden Strömung, um sich dann im Flimmern der klirrenden Kälte aufzulösen.

Die fünf Künstler begegnen dabei alle mit einer persönlichen Perspektive uralten Gegebenheiten. Um Inspirationsquellen zu suchen oder Herkunftsfragen mit einer offenen, improvisierenden Haltung zu beantworten, gilt es, die Höhenluft der eigenen Ursprungstäler zu atmen.

nächste Auftritte:

03.02.20        Sogar Theater Zürich

29.02.20        Rechberg Zürich

21.03.20        Kellertheater Brig

06.11.20        Kulturfels Naters



Fotos: Xaver Rüegg+Sina Lou Ravasio